Jens Karolyi
Jens Karolyi: "Wir haben uns gefragt, wie wir das großartige Potential an Fachwissen, Identifikation und Leistungsbereitschaft bei Interroll noch besser zur Entfaltung bringen können. Schönheit kommt ja bekanntlich von innen."

Welches sind die wichtigsten Stellschrauben, um für mehr Effizienz, Wachstum und Kundenorientierung im Unternehmen zu sorgen? Ein Gespräch mit Jens Karolyi, Senior Vice President Corporate Marketing & Culture der Interroll-Gruppe, über den Beitrag, den die Unternehmenskultur zum wirtschaftlichen Erfolg leisten kann.

Herr Karolyi, seit Jahren geht es mit Interroll kontinuierlich bergauf. Was sind die Gründe für diesen Erfolg?  

Dass unsere Kunden auf der ganzen Welt unsere Arbeit wertschätzen, hat natürlich eine Vielzahl von Gründen. Doch letztlich sorgen auch bei einem führenden Technologieunternehmen wie Interroll immer die Kompetenz und das Engagement der Menschen für den Erfolg. Nicht umsonst bildet diese Erkenntnis seit Jahren die Basis für unseren konzernweiten Leitwert „Climate of Excellence“, der auch auf die ständige Weiterentwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt. Wir wollen lernen und ständig besser werden – im Interesse unserer Kunden.  

Wollen kann man bekanntlich viel. Doch wie lässt sich diese Haltung tatsächlich leben?  

Indem man diesen Wert als Maßstab für die tägliche Arbeit verwendet, ihn institutionalisiert und so permanent mit Leben erfüllt. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Interroll-Produktionssystem, das seit Jahren für ständige und einheitliche Optimierungen an allen unseren weltweiten Standorten sorgt.  

Doch das ist bei weitem nicht alles, was wir tun. So haben wir etwa im letzten Jahr mit „Culture for Growth“ ein konzernweites Programm aufgelegt, das die unternehmenskulturellen Chancen für kontinuierliche Verbesserungen erschließt. 

Die „Innere Kraft“ des Unternehmens stärken  

Wie ist die Idee für „Culture for Growth“ entstanden?  

Die Idee entstand im Rahmen der alljährlichen Strategiediskussionen des Managements. Wir haben uns gefragt, wie wir das großartige Potential an Fachwissen, Identifikation und Leistungsbereitschaft bei Interroll noch besser zur Entfaltung bringen können. Schönheit kommt ja bekanntlich von innen: Wie kann man also die innere Kraft des Unternehmens wirklich umfassend und systematisch wecken?  

Gerade für ein Unternehmen wie Interroll, das schnell wächst und sich ebenso rasant internationalisiert, ist dieser Ansatz natürlich besonders effektiv. Allerdings war uns auch sofort klar, dass eine entsprechende Initiative nicht einfach als Management-Appell oder als Direktive funktionieren würde. Wer in diesem Bereich Erfolg haben will, kann sich nicht selbst außerhalb des Wertesystems stellen.  

... das schließt aber auch die Fähigkeit zur Selbstkritik ein.

Absolut. Wer von anderen verlangt, sich zu hinterfragen, Neues zu lernen und auch einmal ausgetretene Pfade zu verlassen, wird heutzutage mit diesem Anliegen scheitern, wenn er als Säulenheiliger auftritt. Glaubwürdige Vorbilder sind das A und O.  

Deshalb hat sich das Management bei dem Programm das Motto: „It starts with us“ auf die Fahnen geschrieben. Mittlerweile hat jeder Vorstand ein kritisches Management-Feedback seiner Kollegen und direkten Mitarbeiter erhalten. Jeder im Top-Management weiß also, woran er arbeiten muss, um sein Führungsverhalten und seine Leistungen weiter zu verbessern. Doch dies ist natürlich nur ein Element unserer „Culture for Growth“-Initiative.  

Was gehört noch dazu?  

Zunächst muss man natürlich wissen, wo man steht. Aus diesem Grund haben wir – gemeinsam mit einem externen Know-how-Partner – alle unsere rund 2.000 Mitarbeiter weltweit anonymisiert befragt. Dabei haben übrigens nicht nur die hohe Beteiligungswerte, sondern auch die Qualität der Antworten unsere Erwartungen übertroffen. Die große Mehrzahl versteht die Werte des Unternehmens und akzeptiert sie. 

Besonders hohe Anforderungen für Führungskräfte  

Allerdings offenbaren die Befragungen zentrale Aktionsfelder für künftige Weiterbildungs- und Fördermaßnahmen, die auch gezielt landesspezifisch angepackt und deren Ergebnisse zweimal jährlich beurteilt werden. Zudem haben wir bei „Culture for Growth“ natürlich unsere rund 200 Führungskräfte besonders intensiv in den Blick genommen.  

Was versprechen Sie sich gerade von dieser Zielgruppe?  

Einerseits ergeben sich in diesem Bereich besonders hohe Anforderungen durch die fortschreitende Internationalisierung, den technologischen Wandel und die sich verändernden Kundenwünsche. Nur ein Beispiel ist der Sorter-Großauftrag für die brasilianische Post, bei dem drei unserer globalen Center of Excellence untereinander und mit internationalen Partnern, übrigens auch aus dem Softwaresektor, erfolgreich zusammenarbeiten mussten. Das gelingt nur mit Beteiligten, die über Länder- und Fachgrenzen hinweg denken und kooperieren können.  

Andererseits spielen Führungskräfte als Vorbilder, Botschafter und Talentförderer natürlich eine entscheidende Rolle, wenn es gilt, das nötige Veränderungsbewusstsein ins Unternehmen zu tragen. Deshalb fördern wir mit regelmäßigen Workshops und Foren, an denen auch Vorstandsmitglieder teilnehmen, den Austausch neuer Ideen, sorgen für Inspirationen, lernen voneinander, bündeln unser Know-How und erleichtern die internationale Vernetzung, die wir in unseren Projekten zunehmend benötigen.  

Welche weiteren Herausforderungen warten in nächster Zeit auf Interroll?  

Wir sind ein mittelständisch geprägtes Unternehmen, das international stark wächst. Bei diesem Prozess dürfen wir nicht verknöchern, sondern müssen die Flexibilität erhalten, die unsere kurzen Entscheidungswege und flachen Hierarchien ermöglichen.  

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